Unser erster Obstgarten

20. Mai 2010

"Hilfe! Der Rabe kommt!" - Bild: Angels Book

Dass Kinder nicht gerne verlieren, ist bekannt.  Dass es Väter auch nicht besser können, wird oft verschwiegen.

Und da wir alle Hitzköpfe sind, habe ich kürzlich ein Spiel gekauft, bei welchem entweder alle gemeinsam gewinnen oder alle gemeinsam verlieren. Und zwar gegen einen Raben, der sich an das Obst im gemeinsamen Obstgarten heran machen will.

Da dieses wunderbare Holzspiel bereits ab 2 Jahren gespielt werden kann, ist sogar der Kleine in der Lage mitzumachen und lernt dabei, Farben und Symbole zu erkennen und zu benennen. Derweil der Grosse und das Familienoberhaupt sich vorallem im Regelverständnis üben…

Dieses Spiel bringt es doch tatsächlich zustande, ein Wir-Gefühl entstehen zu lassen. Schade nur, dass wir nicht den lieben langen Tag spielen können…

HABA- Meine ersten Spiele – Erster Obstgarten. Erhältlich bei Franz Carl Weber.

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„Was ist nur aus Papi geworden?“

18. Mai 2010

Wenn verheiratete Mütter plötzlich zu Alleinerziehenden mutieren und sich nur noch stumm um die Kinder und um den Haushalt kümmern,

wenn Väter die alleinige Herrschaft über den Fernseher besitzen und nur noch dann den Mund öffnen, um zu johlen oder zu fluchen,

wenn Kinder sich wundern, weshalb plötzlich so viele vergessen geglaubte Freunde zu Besuch kommen, um mit ihren Vätern auf dem Sofa zu hängen und in die Kiste zu schauen,

tja dann, dann ist definitiv Fussball-WM!

„Hopp, Schwiiz!Forza Italia!“

"...mh, Gruppe F und Gruppe H..." - Bild: Angels Book


Paranoide Väter?

8. Mai 2010

Männlich oder weiblich? Das ist hier die Frage.

Bild: film-jeunehomme.ch

Kann ein Mann ein guter und verlässlicher Babysitter sein?

In der Schweizer Komödie „Jeune Homme“ wagt der 18-jährige Sebastian ein Abenteuer, dem zwar nur die wenigsten Männer gewachsen sind, das er aber mit Bravour meistert – ungeachtet seines Geschlechts.

Nichtsdestotrotz hält sich die diffuse Angst vor männlichen Kinderbetreuern. Vor allem bei Vätern. Und um genau diese Angst sowie um Schuld, Verantwortung und Schicksal geht es im neuen Stück von Lukas Bärfuss „Malaga“:

„Vera und Michael haben eine gemeinsame 7-jährigen Tochter Rebekka. Das Paar lebt getrennt. Vera möchte mit ihrem Liebhaber nach Malaga, Michael zu einem wichtigen Kongress nach Innsbruck. Das Pech des Paares: Ihr Babysitter ist krank. Ersatz findet Vera im 19-jährigen Alex, dem Sohn einer Freundin. Für Michael ist das inakzeptabel. Sie streiten. Doch letztlich tut jeder, was ihm wichtiger ist. Sie gehen. Und wenn sie zurückkommen, ist ein Unglück passiert. Etwas, das Michael recht gibt.»

Die Première des Stücks findet am 09.05.2010 im Schauspielhaus statt.

Wie denken Sie über dieses heikle Thema?

Der Intellektuelle, der nicht in der Sek war

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Lukas Bärfuss ist eine der meistbeachteten intellektuellen Stimmen der Schweiz. «Malaga», sein neuestes Stück, wird am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt. Ein Gespräch.

Aussergewöhnlicher Werdegang: Lukas Bärfuss,  international gefeierter Theaterautor.

Aussergewöhnlicher Werdegang: Lukas Bärfuss, international gefeierter Theaterautor.

Das Stück

Lukas Bärfuss, «Malaga», Regie: Barbara Frey, Uraufführung: Schauspielhaus Zürich, 9.Mai, 19 Uhr.
www.schauspielhaus.ch

Stichworte

Matura, Lehre als Buchhändler, Schriftsteller: Das ist seine Berufsbiografie laut Onlinelexikon. Doch sie ist falsch. Lukas Bärfuss sitzt an einem Tisch auf der Dachterrasse des Zürcher Restaurants Terroir und sagt seinem Gegenüber: «Don’t trust Wikipedia!» Richtig in diesem Lebensabriss ist, dass Lukas Bärfuss 1971 in Thun geboren wurde und als Schriftsteller mit seiner Familie in Zürich lebt.

Sein Schul- und Berufsleben aber ist viel komplizierter. Lukas Bärfuss zählt auf. «Neun Jahre Primarschule. Keine Sek.» Dann wird gejobbt. Man trifft den Schulabgänger als Tabakbauern, Eisenleger, Gärtner. Dazwischen wird der «enorme Bildungshunger» gestillt. «Lesen», sagt Lukas Bärfuss und nennt das Wort gleich dreimal. Eine Wende kam mit zwanzig. Lukas Bärfuss übernimmt in Bern die Leitung der Comicabteilung einer Buchhandlung. Später wechselt er in eine literarische Buchhandlung, macht das Buchhändler-Diplom. Seither nennt er sich Schriftsteller.

Ausgezeichneter Autor

Die Anfänge liegen bei der Off-Gruppe 400asa. Etablierte Häuser wurden auf den Jungdramatiker aufmerksam. 2003 ernannte ihn die Zeitschrift «Theater heute» zum «Nachwuchsdramatiker des Jahres». Das war der Durchbruch. 2005 erhielt Bärfuss für «Der Bus» den Mühlheimer Dramatikerpreis. 2008 erschien sein erster Roman «Hundert Tage». Lob und Auszeichnungen auch für das Prosadebüt. Bärfuss’ neuestes Stück heisst «Malaga». Uraufgeführt wird es am Schauspielhaus Zürich, wo Bärfuss als Hausautor («ein schrecklicher Begriff!») und Dramaturg angestellt ist. Regie führt die Hausherrin Barbara Frey. Die Lektüre bewahrheitet, was der «Spiegel» von Bärfuss behauptet hat: Er sei «der heisseste Lieferant heutiger Stoffe».

«Malaga» erzählt von Vera und Michael und ihrer 7-jährigen Tochter Rebekka. Das Paar lebt getrennt. Vera möchte mit ihrem Liebhaber nach Malaga, Michael zu einem wichtigen Kongress nach Innsbruck. Das Pech des Paares: Ihr Babysitter ist krank. Ersatz findet Vera im 19-jährigen Alex, dem Sohn einer Freundin. Für Michael ist das inakzeptabel. Sie streiten. Sie fallen sich ins Wort. Doch letztlich tut jeder, was ihm wichtiger ist. Sie gehen. Und wenn sie zurückkommen, ist ein Unglück passiert. Was, erfährt der Leser nicht, und nachfragen hilft auch nicht. «Ich weiss es auch nicht», sagt Bärfuss, «irgendetwas, was Michael recht gibt.»