Regen? Bestes Messe-Wetter!

29. Mai 2010

"Mamma, wo geht es zum Zauberer?" - Bild: FamExpo.ch

Nach dem wunderbaren Pfingstwochenende soll es das Wetter nicht mehr ganz so gut mit uns meinen. Wir werden also für einmal einen Teil unserer Freizeit an einer Messe verbringen. Messe? Geht das mit Kindern? Klar! Es gibt nämlich eine Messe, an welcher alle Familienmitglieder auf ihre Rechnung kommen: die FamExpo!

Für „Beobachter“-Abonnenten habe ich einen ganz besonderen Hinweis: Gegen Vorlage des Coupons auf Seite 78 der aktuellen Ausgabe des „Beobachters“ erhält man zwei vergünstigte Tageskarten!

Haben Sie weitere Ideen fürs Wochenende? Ihre Vorschläge sind unter „Kommentar“ sehr willkommen!


Kinder spielen das Leben

28. Mai 2010

"Mach vorwärts! Wir haben keine Zeit, wir müssen los!" - Bild: Angels Book

Alles, was unsere Buben sehen, hören und erleben, wird spielerisch umgesetzt. Sei es das Backen imaginärer Muffins in der eigenen Kinderküche, das fürsorgliche Pflegen des vermeintlich erkrankten Plüschhasen oder das Waschen des gesamten Wagenparks in einer improvisierten Autowaschanlage – am liebsten spielen sie das Leben nach.

Wie wichtig das Spiel für Kinder ist, zeigt der von IKEA initiierte Playreport eindrücklich auf. Dieser entkräftet zum Teil Vorurteile und weist zum Beispiel darauf hin, dass 9 von 10 Kindern lieber mit den Eltern spielen als fernzusehen oder im Internet zu surfen. Andererseits bestätigt der Bericht, dass Eltern oft zu stark unter Stress stehen, um zu spielen. Und selbst wenn die Eltern sich die Zeit zum Spielen nehmen, fühlen sie sich dennoch zu stark abgelenkt, um dies auch geniessen zu können.

Kennen wir das? „Mach vorwärts! Wir haben keine Zeit, wir müssen längst los!“ Ja, Kinder spielen das Leben. Und zwar genau so, wie sie es erleben!

Wenn Sie jetzt auch grad die Lust gepackt hat, ihr eigenes Familienspiel wieder aufleben zu lassen, könnten Sie damit möglicherweise nicht nur die Herzen Ihrer Kinder gewinnen, sondern einen IKEA-Gutschein dazu!


Unser erster Obstgarten

20. Mai 2010

"Hilfe! Der Rabe kommt!" - Bild: Angels Book

Dass Kinder nicht gerne verlieren, ist bekannt.  Dass es Väter auch nicht besser können, wird oft verschwiegen.

Und da wir alle Hitzköpfe sind, habe ich kürzlich ein Spiel gekauft, bei welchem entweder alle gemeinsam gewinnen oder alle gemeinsam verlieren. Und zwar gegen einen Raben, der sich an das Obst im gemeinsamen Obstgarten heran machen will.

Da dieses wunderbare Holzspiel bereits ab 2 Jahren gespielt werden kann, ist sogar der Kleine in der Lage mitzumachen und lernt dabei, Farben und Symbole zu erkennen und zu benennen. Derweil der Grosse und das Familienoberhaupt sich vorallem im Regelverständnis üben…

Dieses Spiel bringt es doch tatsächlich zustande, ein Wir-Gefühl entstehen zu lassen. Schade nur, dass wir nicht den lieben langen Tag spielen können…

HABA- Meine ersten Spiele – Erster Obstgarten. Erhältlich bei Franz Carl Weber.


Angeboren oder anerzogen?

12. Mai 2010

"Ich bin Speed!" - Bild: Angels Book

Um längere Autofahrten zu überbrücken, haben das Familienoberhaupt und ich schon etliche Spiele erfunden. Vom Automarkenlernen über Tunnelein- und -ausfahrten zählen bis hin zum Farbenraten an Verkehrsampeln – für jede Situation haben wir das passende Autospiel parat. Hinter jedem Spiel versteckt sich nicht zuletzt auch die Absicht, einfach und entspannt den Buben das eine oder andere beizubringen.

Da der Grosse nun auch die zweistelligen Zahlen entdeckt hat, haben wir ihm kürzlich erklärt, dass man bei Verkehrssignalen mit Zahlen in roten Kreisen abbremsen muss und bei Zahlen in schwarzen Kreisen wieder beschleunigen darf.

Logisch, dass der Schläuling dieses Spiel liebt und es nun in höchstem Masse geniesst, von seinem Kindersitz aus dem jeweiligen Fahrer zu diktieren, wann er zu bremsen und wann er zu beschleunigen hat. Und wen wunderts, dass er vor allem von der Sache mit den schwarzen Zahlen und mit dem Gasgeben angetan ist?

«Papi, lueg, det chunnt äs schwarzes 80. Mach Füür!» Nach seiner Vorstellung soll das Familienoberhaupt wie «Lightnin’ Mc Queen», dem Idol der Buben aus dem Kinderfilm «Cars», so auf das Pedal treten, dass aus dem Auspuff Feuerzungen schlagen und es ihm in der Folge gelingt, den hinterhältigen Konkurrenten „Chick Hicks“ im alles entscheidenden Rennen zu überholen.

«He, das isch keis Ränne! Das isch nöd de Piston Cup! Wotsch, dass de Papi en Unfall macht?» «Nei, ich will, dass du de VW det schnappsch, hopp, mach!»

Oh je, haben wir mit diesem gut gemeinten Spiel bereits den Grundstein für eine Raserkarriere gelegt? Wie dem auch sei – ich habe bereits Gegensteuer gegeben und mich mit zwei Verkehrsspielen eingedeckt. Ab morgen wird Verkehrskunde auf pädagogisch korrekte Weise betrieben!

Damit wird ab sofort Gegensteuer gegeben!


Keine Regel ohne Ausnahme

3. März 2010

"...so spiil ich nöd!" - Bild: Angels Book

«Wer nicht verlieren will, der spiele nicht!», empfiehlt ein Sprichwort. Leichter gesagt als getan. Denn seit unser Grosser das «Memory» entdeckt hat, das ich eingeführt habe, um dem grenzenlosen Filmeschauen ein Ende zu setzen, will er an den filmfreien Abenden nur noch dieses Spiel spielen und – wen wunderts – gewinnen.

Ich wusste, dass uns diese Phase bevorstand. Einmal mehr habe ich aber die Intensität der sich dabei entwickelbaren Emotionen unterschätzt. Unserem Grossen reicht es längst nicht mehr, nur zu gewinnen. Er will jedes Spiel nur noch zu null gewinnen! Wehe dem, der nur ein einziges Kärtchenpaar aufdeckt, dann ist das Spiel zu Ende, noch bevor es angefangen hat!

Gewinnen sei gut für das Selbstwertgefühl eines Kindes. Es müsse aber auch lernen, ein guter Verlierer zu sein. Und da gäbe es nur einen Weg: Verlieren lernen! Das Wichtigste dabei sei, dem Kind vorzuleben, wie man mit Niederlagen ohne zu schimpfen oder zu maulen umgehen kann. Diese Vorbildfunktion kann ich mit meinem Rucksack an südländischen Eigenschaften nicht einnehmen. Deshalb hat das Familienoberhaupt entschieden, diese Aufgabe, die viel innerer Ruhe und Ausgeglichenheit bedarf, zu übernehmen.

«Lueg, jetzt han ich verlore. Tuen ich brüele oder uusrüefe? Ich bliib ganz ruhig und han immer no Freud am Spiel. La Ferrari gwünnt au nöd jedesmal, aber wäge dem brüelet ds Team au nöd!»

Jedesmal aufs Neue murrend, aber doch stets einsichtiger, schien der Grosse immer besser mit dem Wechselspiel zwischen Gewinnen und Verlieren umgehen zu können und eiferte dem so souveränen Papi nach. Bis zum letzten Wochenende, als sich der FCZ dem Strich weiter näherte.

«Gopferteli nomal! Hät dänn dr Schiri Tomate uf de Auge, dass de das Händs nöd gseht? Sonen Schissdräck!»

«Mamma, wieso dörf de Papi so Zügs säge, wänn er verlüürt?»

«Weisch, bim Tschutte gälted anderi Reglä! Aber das erchläär ich dir spööter emal . . .»