Kinder spielen das Leben

28. Mai 2010

"Mach vorwärts! Wir haben keine Zeit, wir müssen los!" - Bild: Angels Book

Alles, was unsere Buben sehen, hören und erleben, wird spielerisch umgesetzt. Sei es das Backen imaginärer Muffins in der eigenen Kinderküche, das fürsorgliche Pflegen des vermeintlich erkrankten Plüschhasen oder das Waschen des gesamten Wagenparks in einer improvisierten Autowaschanlage – am liebsten spielen sie das Leben nach.

Wie wichtig das Spiel für Kinder ist, zeigt der von IKEA initiierte Playreport eindrücklich auf. Dieser entkräftet zum Teil Vorurteile und weist zum Beispiel darauf hin, dass 9 von 10 Kindern lieber mit den Eltern spielen als fernzusehen oder im Internet zu surfen. Andererseits bestätigt der Bericht, dass Eltern oft zu stark unter Stress stehen, um zu spielen. Und selbst wenn die Eltern sich die Zeit zum Spielen nehmen, fühlen sie sich dennoch zu stark abgelenkt, um dies auch geniessen zu können.

Kennen wir das? „Mach vorwärts! Wir haben keine Zeit, wir müssen längst los!“ Ja, Kinder spielen das Leben. Und zwar genau so, wie sie es erleben!

Wenn Sie jetzt auch grad die Lust gepackt hat, ihr eigenes Familienspiel wieder aufleben zu lassen, könnten Sie damit möglicherweise nicht nur die Herzen Ihrer Kinder gewinnen, sondern einen IKEA-Gutschein dazu!


Was Kinder wirklich wollen

23. Dezember 2009

"so öppis Minderwertigs" - Bild: Angels Book

Die gemeinsame Guetslete hat bei den Buben eine nachhaltige Wirkung erzielt. Sie verlangen nun täglich nach meinen Kochutensilien und stehen eifrig an der eigenen Kinderküche, was an sich eine wohltuende Bestätigung für mein Engagement darstellt. Das Ganze hat mich aber auch auf eine offenbar einfältige Idee gebracht:

Ich betrete letzte Woche eines der renommiertesten Spielwarengeschäfte in der City und staune über die äusserst ruhige Atmosphäre. Da ich aber – wen wunderts – im Stress bin, mache ich mir nicht weiter Gedanken über mögliche Gründe, sondern steure zielstrebig eine Mitarbeiterin an: «Äxgüsi, händ Si so Spiilzüüg-Ässware für Chind?» «Ja, klar! Mir händ ganz tolli Sache. Lueged Sie emal, das süesse Spiegelei us hochwertigem Filz! Oder da, das luschtige Rüebli – us iihäimischem Holz! Wunderschön, gälled Si?» «Ja, scho. Aso, es gaat so. Ich mäine, das chaufet mir mini Buebe äifach nöd ab. Sie spiled ganz bestimmt nöd mit emene Stoffei oder emene Holzgmües! Händ Si nöd öppis anders? E Gummipizza oder Plastikspaghetti? Irgendöppis i die Richtig?» «Ui näi, Si – so öppis tüend mir nöd fördere! Ich wüsst au nöd, ob Si so öppis überhaupt nöimeds findet.»

Schlagartig wird mir klar, weshalb es hier so gesittet zu und her geht: Es fehlen die Kinder! Hier wimmelt es nur von höchst engagierten Eltern, die in leisen Tönen und mit bedachten Gesten nach den pädagogisch wertvollsten Spielsachen für ihre Kinder suchen. Egal, ob dann damit gespielt wird oder nicht. Ich entschuldige mich bei der Mitarbeiterin für die unerhörte Frage, die ich ihr zugemutet habe, und ziehe von dannen.

Das minderwertige «so öppis» habe ich übrigens kurz darauf ganz in der Nähe gefunden. Wetten, dass die Buben mit «so öppis» ganz zufrieden spielen werden? Nach den Feiertagen werden wir es wissen. Bis dahin wünsche ich Ihnen fröhliche Weihnachten!