Kinder spielen das Leben

28. Mai 2010

"Mach vorwärts! Wir haben keine Zeit, wir müssen los!" - Bild: Angels Book

Alles, was unsere Buben sehen, hören und erleben, wird spielerisch umgesetzt. Sei es das Backen imaginärer Muffins in der eigenen Kinderküche, das fürsorgliche Pflegen des vermeintlich erkrankten Plüschhasen oder das Waschen des gesamten Wagenparks in einer improvisierten Autowaschanlage – am liebsten spielen sie das Leben nach.

Wie wichtig das Spiel für Kinder ist, zeigt der von IKEA initiierte Playreport eindrücklich auf. Dieser entkräftet zum Teil Vorurteile und weist zum Beispiel darauf hin, dass 9 von 10 Kindern lieber mit den Eltern spielen als fernzusehen oder im Internet zu surfen. Andererseits bestätigt der Bericht, dass Eltern oft zu stark unter Stress stehen, um zu spielen. Und selbst wenn die Eltern sich die Zeit zum Spielen nehmen, fühlen sie sich dennoch zu stark abgelenkt, um dies auch geniessen zu können.

Kennen wir das? „Mach vorwärts! Wir haben keine Zeit, wir müssen längst los!“ Ja, Kinder spielen das Leben. Und zwar genau so, wie sie es erleben!

Wenn Sie jetzt auch grad die Lust gepackt hat, ihr eigenes Familienspiel wieder aufleben zu lassen, könnten Sie damit möglicherweise nicht nur die Herzen Ihrer Kinder gewinnen, sondern einen IKEA-Gutschein dazu!


Technologisch dranbleiben

2. Dezember 2009

"Ein echter Computer muss es sein!" - Bild: Angels Book

Unser Kleiner bedient schon lange den CD-Player und streitet sich mit dem Familienoberhaupt um die Herrschaft über die TV-Fernbedienung. Der Grosse hat diese Phase hinter sich und ist bereits der Faszination von Navigationssystemen und Computern verfallen. Schon letztes Jahr wollte er einen Computer zu Weihnachten. Dieses Jahr hat er den Wunsch gar präzisiert: Ein «echter» soll es sein, nicht so ein lächerlicher Pseudo-PC für Bubis! Und seit ich ihn in einer Spielwarenabteilung beobachtet habe, wie er ein Ausstellungsstück aufklappte und selbstverständlich den «On/Off»-Knopf gedrückt hat, frage ich mich, wohin dies alles noch führen wird.

Die Antwort auf meine Frage habe ich postwendend erhalten. Beim Lauschen einer Konversation in einer Buchhandlung. Da fragt eine Kundin, ob es hier elektronische Bücher zu kaufen gebe. Ich platze schier und denke, wie man derart von gestern sein kann. Die Verkäuferin bleibt höflich und erklärt ihr wie einem Kind, dass es neuerdings tatsächlich so E-Books gebe. «Was für Iibucks gibt es denn? Könnte ich ein spezielles bestellen?» «Wissen Sie, ein E-Book ist sozusagen ein leeres Buch.» «Ein leeres Buch? Das ist jetzt aber komisch.» «Das ist schon sinnvoll, denn die gewünschten Inhalte können Sie separat vom Internet herunterladen.» «Herunterladen? Vom Internet? Ist das nicht etwas nur für Erwachsene? Wissen Sie, ich brauche dieses Zeugs für mein Gottimeitli. Sie ist aber erst zwölf.»

Spätestens jetzt vergeht mir das Lachen. Denn mir wird klar, wohin dies alles führen wird. Diese Frau ist nur unwesentlich älter als ich, und doch wurde sie schlichtweg von einer Göre abgehängt. Ich werde nie und nimmer zulassen, dass mir dasselbe passiert. Statt dem Grossen einen Lerncomputer zu schenken und damit meinen eigenen Untergang herbeizuführen, werde ich mir ein iPhone zulegen. Wie das Familienoberhaupt. So bleibe ich auf dem Laufenden und mache ihm zudem seine «Early Adopter»-Position streitig.