Kinder spielen das Leben

28. Mai 2010

"Mach vorwärts! Wir haben keine Zeit, wir müssen los!" - Bild: Angels Book

Alles, was unsere Buben sehen, hören und erleben, wird spielerisch umgesetzt. Sei es das Backen imaginärer Muffins in der eigenen Kinderküche, das fürsorgliche Pflegen des vermeintlich erkrankten Plüschhasen oder das Waschen des gesamten Wagenparks in einer improvisierten Autowaschanlage – am liebsten spielen sie das Leben nach.

Wie wichtig das Spiel für Kinder ist, zeigt der von IKEA initiierte Playreport eindrücklich auf. Dieser entkräftet zum Teil Vorurteile und weist zum Beispiel darauf hin, dass 9 von 10 Kindern lieber mit den Eltern spielen als fernzusehen oder im Internet zu surfen. Andererseits bestätigt der Bericht, dass Eltern oft zu stark unter Stress stehen, um zu spielen. Und selbst wenn die Eltern sich die Zeit zum Spielen nehmen, fühlen sie sich dennoch zu stark abgelenkt, um dies auch geniessen zu können.

Kennen wir das? „Mach vorwärts! Wir haben keine Zeit, wir müssen längst los!“ Ja, Kinder spielen das Leben. Und zwar genau so, wie sie es erleben!

Wenn Sie jetzt auch grad die Lust gepackt hat, ihr eigenes Familienspiel wieder aufleben zu lassen, könnten Sie damit möglicherweise nicht nur die Herzen Ihrer Kinder gewinnen, sondern einen IKEA-Gutschein dazu!


Es kochen alle nur mit Wasser!

18. Februar 2010

"Luegemer hüt Film?" - Bild: Angels Book

«Luegemer hüt Film?» Häufig stellt der Grosse die alles entscheidende Frage bereits frühmorgens und zwingt mich, die Weichen für den Rest des Tages zu stellen. Lehne ich ab, ist für ihn der Tag bereits gelaufen. Willige ich ein, ist er zwar glücklich, der Tag aber deswegen nicht unbedingt gerettet. Zudem belasten mich unangenehme Gefühle. Denn seit ich gehört habe, dass man sogar Märchen ganz ohne Bücher und Bilder erzählen soll, um die Fantasie der Kinder nicht einzuschränken, fühle ich mich schlecht, wenn die Buben des Öfteren einen Film anschauen.

Ist es mir zu verübeln, dass ich die Anziehungskraft des Fernsehens für meine Sache einsetze? Wie sonst soll ich nach einem Arbeitstag die Buben, die übermütig von der Krippe heimkehren, im Zaun halten, bis ich ein Nachtessen zaubern kann? Wie kann ich verhindern, dass ich etwas versalze oder verbrenne, weil ich mich statt als Köchin entweder als Animatorin oder als Schiedsrichterin aufspielen muss?

Immerhin versuche ich, die sich bereits eingestellte Erwartungshaltung zu brechen, und wechsle die Filmabende mit Lieder- und Spielabenden ab. So falsch kann ich doch nicht liegen mit unseren familiären Gepflogenheiten.

Diese Vermutung bewahrheitet sich anlässlich des ersten Coiffeurbesuches des Grossen. Waseliwas setzt dieser ein, damit die Zappelphilippe ruhig sitzen? Einen Kindersitz mit eingebautem Bildschirm, auf dem in einer Endlosschlaufe «Sponge Bob» läuft! Im Vergleich dazu stellt unser «Der kleine Maulwurf» einen intellektuellen Höhenflug dar! Nun kann man einwenden, der Coiffeur habe keine Ahnung von Pädagogik und sei kein Massstab.

Wenn aber auch der studierte Schulzahnarzt über einen Flachbildschirm an der Decke Dinosaurierfilme einsetzt, damit sich direkt unter ihm die Kindergebisse widerstandslos aufsperren lassen, dann fühle ich mich vom Vorwurf des ungeeigneten Einsatzes von Erziehungsmitteln endgültig freigesprochen!