Am Ende sind alle traurig

26. Mai 2010

"Schade, gibts keine Verlängerung...!" - Bild: Angels Book

Wenn Kinder weinen, beschuldigt man sie meist des wiederholten provokativen Trotzens. Dass Kinder aber auch weinen, weil sie einfach traurig sind, vergisst man gern. Unsere Buben zum Beispiel sind traurig und weinen, wenn sie abends ihr Fussballspiel abbrechen müssen oder wenn ihr Lieblingsfilm oder das Wochenende bei den Nonni zu Ende gehen.

Kinder haben Mühe, wenn etwas Schönes, das ihnen erst grad noch so viel Freude bereitet hat, plötzlich zu Ende gehen soll. Diesem Gefühl von Hilflosigkeit geben sie mit trotzigem Weinen Ausdruck. Zum Ärger der Eltern, die – bei allem Mitgefühl – manchmal die Nase einfach nur voll haben vom ewigen Lamento. In ihrer Hilflosigkeit versuchen sie zu erklären, dass morgen auch ein Tag ist und dass man noch viele Male Fussball spielen, Filme schauen und die Nonni besuchen wird.

Da Kinder aber im Hier und Jetzt leben, prallen alle Appelle an ihre Vernunft dumpf ab. Also wenden Eltern in ihrer Verzweiflung die Ablenkungsstrategie an und geraten vom Regen in die Traufe. Denn die in Aussicht gestellte Gutenachtgeschichte als Belohnung fürs sofortige und widerstandslose Folgen wird – selbst in der Extended Version erzählt – auch ihr Ende finden und die Grundlage für ein erneutes Trauerweinen schaffen.

Eltern langen sich an den Kopf und fragen sich, ob es wirklich so schlimm sein kann. Bis wir selber Ähnliches erleben, was seltener vorkommt, aber uns deswegen nicht minder traurig und melancholisch stimmt. So, wenn das ursprünglich unendlich lange scheinende kinderlose Wochenende sich dem Ende zuneigt. Oder wenn nach wochenlangem Mitfiebern der Champions-League Final nach 90 Minuten zu Ende geht und der ganze Spuk vorbei ist. Auch uns hilft kein Appell an den Verstand und schon gar keine Ablenkungsstrategie. Diesbezüglich leben auch wir im Hier und Jetzt: Das nächste kinderlose Wochenende scheint unerreichbar fern, die nächste Champions- League gar utopisch!


Rosige Aussichten für die Ehe

24. Mai 2010

Wie der Vater, so der Sohn! - Bild: Angels Book

Putzen und Kinderbetreuung senken offenbar die Scheidungsquote: Männer können laut einer Studie das Gelingen ihrer Ehe durch tatkräftige Mithilfe bei der Hausarbeit offenbar äussert positiv beeinflussen.  In einer von der London School of Economics (LSE) veröffentlichten Untersuchung von 3500 Paaren hatte jene Gruppe eine deutlich geringere Scheidungsquote, bei denen sich auch der Mann für die täglichen Pflichten wie Putzen, Einkaufen und Kinderbetreuung zuständig zeigte. Weitere Details zur Studie finden Sie hier.

Wohlan denn, in eine neue glückliche Ehe- und Familienwoche – Ihre Angelones!


Unser erster Sommerhit!

23. Mai 2010

Rocket

Goldfrapp


Freunde? Was ist das?

22. Mai 2010

So einfach ist das leider nicht... - Bild: Das Magazin

Ehemalige Freunde, die (noch) keine Kinder haben, kommen nur noch dann zu Besuch, wenn sie wirklich keine Ausrede mehr auf Lager haben, weshalb sie immer verhindert sein sollen. Also höchst selten.

Wie schwierig es ist, als Familie mit Menschen ohne Kinder befreundet zu sein, beschreibt Christian Seiler auf eindrückliche Art und Weise im Tagi-Magi Artikel „Fremde Freunde“.

Diese Passage trifft den Nagel genau auf den Kopf:

„Der springende Punkt war, dass uns irgendwann auffiel, wie sehr wir uns verstellten. Warum mussten wir eigentlich so tun, als wären wir frei von allen Zwängen, wenn wir doch gerade freiwillig und mit grosser Freude eine Entscheidung getroffen hatten, von der wir schliesslich gewusst hatten, dass sie Konsequenzen hat? Dass die Konsequenzen weitreichender sind, als wir gedacht hatten, konnte schliesslich nicht dadurch neutralisiert werden, dass wir sie einfach ignorierten.
Wir blieben trotzdem ziemlich unternehmungslustig. Vielleicht machten wir nicht jede Sause mit, bis alle auf dem Tisch tanzten. Vielleicht liessen wir die eine oder andere Einladung unauffällig aus. Aber wir blieben auf Empfang. Das hatte allerdings keine Auswirkungen auf unsere Freundschaften zu Paaren ohne Kinder. Die lösten sich nämlich höflich, aber bestimmt in Luft auf. “

Am besten also, sich nur noch mit Menschen zu befreunden, die Kinder haben? Auch das ist leider nicht so einfach.

Denn Freunde, die auch Kinder haben, kommen nur noch dann zu Besuch, wenn sie nicht gerade an einer Krankheit oder einer Phase rum machen – also sozusagen auch nie.

Zum Glück hilft da der verbindende Fussball…!

Was für Erfahrungen haben Sie mit Freundschaften und Familie gemacht?


Tierisches Pfingstwochenende

21. Mai 2010

Zirkus oder Zoo? - Bild: knie.ch

Am Pfingstwochenende gastiert der Schweizer National-Circus Knie auf der Landiwiese in Zürich. Unter dem Motto «Fascination» präsentiert der Circus Knie seinem Publikum erneut erstklassige Zirkuskunst. Ein Besuch lohnt sich bestimmt!

Da für unsere Zappelphilippe die lange Aufführungsdauer noch nicht zumutbar ist, werden wir den nicht minder interessanten Zircuszoo besuchen!

Oder vielleicht grad einen Ausflug nach Rapperswil in den Kinderzoo unternehmen.

Was für Pläne haben Sie? Ihre Anregungen als Kommentar könnten für andere inspirierend sein!


Unser erster Obstgarten

20. Mai 2010

"Hilfe! Der Rabe kommt!" - Bild: Angels Book

Dass Kinder nicht gerne verlieren, ist bekannt.  Dass es Väter auch nicht besser können, wird oft verschwiegen.

Und da wir alle Hitzköpfe sind, habe ich kürzlich ein Spiel gekauft, bei welchem entweder alle gemeinsam gewinnen oder alle gemeinsam verlieren. Und zwar gegen einen Raben, der sich an das Obst im gemeinsamen Obstgarten heran machen will.

Da dieses wunderbare Holzspiel bereits ab 2 Jahren gespielt werden kann, ist sogar der Kleine in der Lage mitzumachen und lernt dabei, Farben und Symbole zu erkennen und zu benennen. Derweil der Grosse und das Familienoberhaupt sich vorallem im Regelverständnis üben…

Dieses Spiel bringt es doch tatsächlich zustande, ein Wir-Gefühl entstehen zu lassen. Schade nur, dass wir nicht den lieben langen Tag spielen können…

HABA- Meine ersten Spiele – Erster Obstgarten. Erhältlich bei Franz Carl Weber.


Dauerzustand Phase

19. Mai 2010

"...bla, bla, bla...!" - Bild: Angels Book

Es ist zwar erst Mai, aber mein Unwort des Jahres steht bereits fest: die Phase.

Bis vor kurzem ging ich davon aus, dass eine Phase eine Zeitspanne mit einem Anfang und einem Ende beschreibt. Wie zum Beispiel die Planungsphase oder die Umsetzungsphase. Diese Zeitabschnitte zeichnen sich dadurch aus, dass man sie zu einem bestimmten Zeitpunkt starten und irgendwann selbstbestimmt beenden kann. Das Familienleben hat mich eines Besseren belehrt und dem Begriff der Phase eine neue Bedeutung verliehen.

Ich assoziiere das Wort längst nicht mehr mit abgrenzbaren Abschnitten in der Projektarbeit, sondern mit Perioden, die aufgrund ihrer anhaltenden Dauer sogar eher mit Epochen vergleichbar sind und denen ich nicht aus eigener Kraft ein Ende setzen kann.

Ausserdem wird der Begriff der Phase für meine Ohren inflationär verwendet. Wo auch immer ich meinen Frust über die Tücken des Familienalltags deponiere, erhalte ich – wohl aus Angst, mir den letzten Funken Hoffnung zu nehmen – zur Antwort: «Ach, das ist «nur» eine Phase!»

«Nur» eine Phase? Die schwierigen ersten Babymonate waren «nur» eine Phase. Die anschliessenden herausfordernden Ernährungs- und Schlafumstellungen waren «nur» eine Phase. Das darauffolgende schmerzhafte Zahnen war «nur» eine Phase. Das einsetzende Trotzen und Bocken hätte – genauso wie das ewige Gezänk zwischen den Buben – auch «nur» eine Phase sein sollen.

Seien wir doch ehrlich: Phasen sind in Tat und Wahrheit das Perpetuum mobile des Familienlebens. Einzelne Teilphasen mögen vordergründig abgeschlossen worden sein, aber faktisch haben sie sich nur schleichend in neue verwandelt. Und so werden auch wir von der Warum-Phase über die sensible Phase direkt in die Pubertätsphase schlittern und dabei nur eine einzige Phase auslassen: die Ruhephase. Diese ist in der Familienrealität schlichtweg inexistent.